Gott schreibt Geschichte

Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir.

Begeistert freut er sich an dir.

Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich.

Zefania 3, 17

 

Dieser Vers ist in der letzten Woche sehr wichtig für mich geworden. Aber von vorne. Wir waren auf der "Familien-Erlebniswoche" - von Familie-live.  Morgens und abends finden Seminare statt, es gibt Programm für die Kinder in verschiedenen Altersgruppen und auch Zeiten zusammen - und es ist immer so schön, wie in einer großeen Familie mit vielen Gelegenheiten um Gott zu begegnen.

 

In einem Seminar zeigte Michael Kienapfel den obigen Vers mit der Frage, welche Worte einen besonders ansprächen. Mich sprachen zwei Teile an - auf der einen Seite der "starke Gott" und gleichzeitig auch die große Liebe die da für mich zum Ausdruck kommt.  Allerdings dachte ich dabei - irgendwie fällt es mir schwer noch zu glauben, dass Gott ein starker Gott ist, nachdem wir gerade unser Kind verloren haben. Und auch dass Gott so voller Freude und Liebe für mich ist, schien mir nicht mehr zu passen. Vielleicht war er auch "nur" nicht so stark, wie ich immer dachte. Dann liebte er mich wenigstens noch - das wäre die bessere Alternative gewesen, fand ich.

 

Bis zu diesem Moment waren mir diese Zweifel gar nicht bewusst, ich hatte mir ja vorgenommen zu vertrauen. Der erste Tag auf der Freizeit war mir unglaublich schwer gefallen, ich hätte mich am liebsten irgendwo verkrochen, mich aus den Seminaren zurückgezogen...  Doch als mir nun diese Zweifel bewusst wurden, gestand ich sie Gott und bat ihn um Hilfe. Und er lief mir entgegen. Als erstes mit einem langen tiefen Gespräch mit Gabriela, dass mir half, innerlich auf der Freizeit anzukommen. 

 

Und weil ich mir schon vor Weihnachten vorgenommen hatte, diesmal für mich um Heilung beten zu lassen (das Thema hat mich schon das ganze Jahr beschäftigt, aber gar nicht mal direkt für mich),  trug ich mich wie automatisch in die Gebetsterminliste ein.

 

Seit fast sieben Jahren wusste ich nun schon von meiner Weizenunverträglichkeit. Sobald ich etwas aß, wo nur eine Spur von Weizen enthalten war, ging es mir - oft tagelang - schlecht, mit Bauchkrämpfen und Durchfall. Wenn man sich nicht damit auseinandersetzen muss, denkt man gar nicht, worin Weizen überall enthalten ist - und dann gibt es noch eine Menge Nahrungsmittel, die nicht klar gekennzeichnet sind, sodass man nicht ausschließen kann, dass sie Weizen enthalten. Das fängt bei Brot, Nudeln, etc. an, geht weiter über Gummibärchen, geriebenen Käse, Essig, Honig und sogar "natürliches Orangenaroma" wird aus Weizen hergestellt. Man merkt, dass ich Experte bin, oder? ;-)

 

Zuhause bei uns hatten wir uns gut arrangiert, inzwischen wusste ich, was ich essen kann und was nicht und so ging es mir die meiste Zeit gut. Essen gehen ging dafür so gut wie gar nicht und beim Essen mit Freunden daheim, habe ich mich als Last gefühlt - und musste gleichzeitig aufpassen, dass ich in einem "Weizenhaushalt" nicht doch ein Krümelchen abbekam. Enntspanntes Beisammensein ist anders. Unsere Kinder kennen viele Nahrungsmittel noch nicht, weil wir sie lieber nicht zuhause haben wollten, damit es mir nicht schlecht ging (und wir so die nächsten Tage ans Haus gebunden waren).

 

Diese ganze "Tragweite" dieser Unverträglichkeit wurde mir in den Minuten vor dem Gebetstermin bewusst - vorher hatte ich eher das Gefühl " ich komme ganz gut klar und bin froh, dass ich weiß, was ich vertrage". Das war nämlich auch nicht immer so.

 

Wichtig finde ich noch zu erwähnen, dass ich genau an dem Tag, an dem für mich gebetet wurde, vorher noch das Mittagessen nicht vertragen hatte und sich mein Magen total entleert hat. (Im Schönblick bekommt man sogar weizenfreie Kost, das war für mich schon so ein Geschenk - mal essen ohne selber zu kochen :) - wenn aber gleichzeitig weizenhaltiges Essen zubereitet ist, kann man einfach nicht garantieren, dass nie ein Krümelchen Weizen im Essen sein wird. Jedenfalls habe ich an dem Tag eindeutig noch auf Weizen reagiert.)

 

Ja, und dann war ich beim Gebet. Es war schön. Und irgendwie dachte ich, das will ich jetzt auch testen, obwohl ich nicht sagen könnte, dass da Gott irgendwie hörbar zu mir gesprochen hat - oder einer der Mitarbeiter - dass ich jetzt geheilt bin. Ich dachte einfach, ich kann nur rausfinden, ob ich geheilt bin, wenn ich jetzt Weizen esse. Seit diesem Tag (Mittwoch) habe ich ganz normal vom Buffet gegessen. Brot, Nudeln, sogar Haselnüsse - gegen die war ich nämlich auch eigentlich allergisch - aber nun kann ich alles was ich bisher versucht habe wieder essen! Ich schätze, ich kann einfach A L L E S wieder essen!

 

Heute war ich das erste Mal einkaufen, nachdem ich nun wieder Weizen essen kann - unglaublich, aber die große Auswahl plötzlich hat mich fast ein bisschen überfordert ;-) Auf der Rückfahrt sinnierte unser großer aus heiterem Himmel: "Mama, ich möchte mal Baguette essen!" - in einem Buch hat er von "Baguettes" gelesen. Und nachdem wir nun das erste Mal Brot beim Bäcker gekauft haben, wurden ihm die neuen Möglichkeiten, glaube ich, dann im Auto so richtig bewusst ;-) Und dass ich nun auch Schokoladeneis essen kann, darüber freut sich unsere Tochter am meisten für mich " super, oder?!" :)

 

Nicht nur dieses Heilungswunder hat Gott in mir bewirkt - gleichzeitig hat Gott auch mein Herz geheilt, meine Zweifel beseitigt. Ich bin ein Kind des "lebendigen Gottes", der "stark" (!!!) ist UND mich unbegreiflich liebt.  Für diese Liebe hat Michael noch einen schönen Vergleich gemacht - Gott liebt uns, wie eine Art Haustier - nicht wie ein Nutztier, von dem man sich einen Vorteil erhofft - Milch, Wolle, Fleisch. Ein Haustier schafft man sich an, weil man einfach an diesem Tier seine Freude hat, man möchte ihm ein schönes Zuhause einrichten, ist bekümmert, wenn es ihm nicht gut geht, freut sich mit über seine Freude. So eine Liebe ist diese besondere Liebe Gottes für uns - wo er einerseits sprachlos ergriffen ist und andererseits jubelt.

 

Vor der Freizeit habe ich eine Seite in meiner Bibel gestaltet - zu dem Vers aus Römer 8,28 (ich habe ein Foto davon über diesen Text gestellt). Diese Seite ist im Rücklick nun wie eine Beschreibung des Weges, den ich in der letzten Woche mit Gott gegangen bin...

 

Danke Herr, dass du mein Herz so sehr berührst!